Das Verkostungsglas und andere Biergläser

Es gibt verschiedene Arten von Biergläsern. Für die Bierverkostung braucht es schon das richtige Glas.

Was zeichnet ein gutes Glas für das Bier Tasting Online aus?

Das Sommelier-, Degustations- bzw. Tastingkelchglas gab es natürlich bereits früher für den Bereich Wein. Es ist ein Fakt, dass die Weinkenner auf diesem Gebiet die großen Vorreiter waren, was die schematische Ausarbeitung von Geruch und Geschmack angeht.

Das Verkostungsglas sollte dabei einige Eigenschaften aufweisen. 

  • Es sollte sich um Qualitätsglas mit einer glatten Oberfläche handeln. 


  • Das Glas muss dünn sein, sonst kommt das Bier nicht auf die Gesamte Zuge. Natürlich ist der Einwand berechtigt, dass einige Biergefäße wie z.B. der Maßkrug sehr dick sind. In diesem Fall handelt es sich aber häufig um das richtige Glas zu einem Bier, aus dem vielleicht nicht jede einzelne Nuance herausgekitzelt werden muss.


  • Die Worte Bauchig und Kamin beschreiben keinen Kaminkehrer, der der bayrischen Küche frönt sondern auch dem Degustationsglas. Das Glas sollte bauchig sein, da von einer großen Oberfläche viele Aromen aus dem Bier austreten können. Der Kamin, der sich verjüngen sollte konzentriert die Gerüche für die Nase.


  • Öffnung - Die Öffnung des Glases sollte so groß sein, dass die Nase beim trinken in das Glas reicht.


  • Mit oder ohne Stiel? Das finde ich persönlich nicht so entscheiden. Gläser mit Stiel machen mehr her und sind für das gehobene Biertasting bestimmt das richtige. Ich finde aber auch Gläser, die gut in der Hand liegen wie den Craftmaster One absolut geeignet. Ob das Bier warm wird oder nicht, ist bei Probiergrößen nicht so entscheidend. Näheres dazu gibt es auch beim Thema Trinktemperatur zu lesen.


Wichtig ist hierbei, dass es sich nicht um das Alltagsbierglas handelt. Die "Alltagsgläser" werden weiter unten behandelt. Es geht darum, dem Bier sämtliche Gerüche und Aromen zu entlocken.

Die wohl bekanntesten Gläser gibt es von Teku, Rastal und Spiegelau. (BierUndMünchen erhält keine Zahlung von den verlinkten Seiten). Der Teku-Pokal wurde 2010 in Zusammenarbeit mit einem italienischen Brauer (Teo Musso) und Lorenzo Dabove (Biersommelier) entworfen und war ein wenig der Vorreiter für die heutigen Gläser.

In meinen Bierverkostungen in München (Präsenzverkostungen) nutze ich gern die Verostungsgläser von Bormioli. Ich muss zugeben, dass es aber auch die teuersten Gläser sind.

Der Moussierpunkt

Ein wichtiger Bewertungspunkt bei Bier ist der Schaum und auch die Perlage im Bier. In Manchen Gläsern kann hier ein wenig nachgeholfen werden. Das Zauberwort heißt hier Moussierpunkt (frz.: mousse Schaum). Das ist eine kleine Einritzung oder ein aufgerauter Punkt am Boden eines Bierglases. Hier steigt dann die Kohlensäure meistens in Art eines Wirbels auf und liefert eine werbereife Erscheinung im Bierglas.
Am Moussierpunkt löst sich das Kohlenstoffdioxid leichter und perlt auf bzw. moussiert.

Das Kohlendioxid ist im Bier gelöst, solande das Bier unter Druck steht (in der Flasche oder im Fass). Wenn die Flasche geöffnet wird, dann löst sich die Kohlensäure.


Besonderheit: Blind Tasting Glas

Auf der BraukunstLive im Jahr 2020 wurde in München ein Blind Tasting durchgeführt. Es wurden sieben Münchner Biere verkostet. Der Tasting-Gast wusste aber nicht, welche Biere in welches Glas eingeschenkt wurden. Es kam zu einem Ergebnis, mit dem vielleicht niemand gerechnet hätte. Auf den ersten drei Plätzen haben die Gäste für Spaten, Hofbräu und Löwenbräu gestimmt. Der Platzhirsch Augustiner war zumindest gemäß der Braukunst Live nicht unter den ersten Plätzen. Diese Abstimmung war vielleicht nicht unbedingt repräsentativ. Aber hier kann der geneigte Biertrinker erkennen, dass es sich lohnt, ein Bier ohne Ansehen der Marke, des Marketings und der Erfahrungen der Vergangenheit zu verkosten.

Ein blind Tasting funktioniert in durchsichtigen Gläsern, es muss aber eine andere Person einschenken, als die es trinkt. Das ganze kann in einem Bier Tasting in München weiter treiben, wenn das Glas undurchsichtig ist. Dann geht es ja bereits los, dass weder die Bierfarbe bekannt ist, noch ob es sich um ein trübes oder gefiltertes Bier handelt. Der Biersommelier oder Tastinggast ist also auf seine Nase und Zunge angewiesen.

In einem Bier Tasting Online geht das natürlich nicht so einfach. Aber es muss ja auch etwas geben, was nur Face to Face funktioniert.


Biergläser und ihre Entwicklung

Die Biergläser haben sich schrittweise dem Bier angepasst. Im Blog-Bereich Gläser gibt es hierzu die Details zu folgenden Glasarten:


Pilsglas

Weißbierglas

Willybecher

Kölschglas

Keferloher

Das aktuell größte Craft Bier Glas

Maßkrug

Belgische Bierkelche