bierverkostung von BierUndMünchen

Bierverkostung? Brauchts des?

Bei einer Bierverkostung trifft Fachwissen auf Geschmack und Sensorik. Gezeigt und verkostet wird in erster Linie die Unterscheidung zwischen den einzelnen Bieren, Bierstilen in ihrer Zusammensetzung und welche Auswirkungen Aroma und Sensorik auf das jeweilige Bier haben. Die Geschichte des Brauortes und dessen Wasserbeschaffenheit haben erheblichen Einfluss auf das Bier. Und das kann man schmecken und riechen. Wenn es jemand einem zeigt. Und das ist das tägliche Brot eines Bierbotschafters.

Eine Degustation, wie eine Bierverkostung auch genannt wird, intensiviert in der Regel das schon vorhandene Wissen über die Bierproduktion und die Firmengeschichte. So bekommt der Kunde nicht nur einen soliden Einblick in die Geschichte der Brauereien, sondern lernt gleichzeitig auch viel über das Erkennen eines guten Bieres. 

Auch Kenner von Bieren gönnen sich häufig eine Verkostung, da stets neue Biere entwickelt werden. Dabei erkunden sie vor allem die Zusammensetzung der Biere, vergleichen alte mit neuen Sorten und erweitern somit ihr schon bestehendes Fachwissen.

Oktoberfest: Festbier von Hofbräu München

Hofbräu schenkt das erste klimaneutrale Bier auf dem Oktoberfest aus. Ob man das schmeckt? 😀

Größtes Festzelt auf dem Oktoberfest. Die Wirtsfamilie stammt aus der Wienerwald-Dynastie.

Gebraut nach dem Bay. Reinheitsgebot

Alkoholgehalt: 6,3 %

Biertyp: Oktoberfestbier

Besitzer: Freistaat Bayern 😉

Große Zelte inkl. Mass-Preis: * Hofbräu Festzelt 11,70 € * Zur Schönheitskönigin

Geruch: angenehme Hopfennase, Honignote, geringe Schwefelnote

Rezens: vollmundig
Mundgefühl: feinperlig, süß, malzig vollmundig, nur sehr leichte Bitterkeit im Mund

Abgang: geringe Bitterkeit im Abgang

Ratebeer Bewertung: 3,0 von 5,0

Oktoberfest: Hacker Pschorr

Hacker Pschorr Märzen

Letzter Oktoberfest Märzen. Im Oktober des Jahres 1810 wurden nur Biere ausgeschenkt, die bereits im März gebraut wurden.

Früher gab es von April bis September ein Sommersudverbot. Die Brandgefahr war zu hoch und das Bier verdarb zu schnell.

Das Märzen-Bier hat mehr Alkohol und einen höheren Hopfengehalt (erhöht die Haltbarkeit), die Farbe war dunkler und ging in Richtung Bernstein oder Kupfer.

Die Farbe des Märzen von Hacker-Pschorr unterscheidet sich deutlich von den anderen 5 Wiesn-Bieren (s. Bild zwei).

Gebraut nach dem Bay. Reinheitsgebot

Alkoholgehalt: 5,8 % --> niedrigster Alkoholgehalt

Biertyp: Märzen

Brauerei-Mutter: Paulaner Brauerei Gruppe / Schörghuber

Große Zelte inkl. Mass-Preis: Bräurosel 11,80 €; Hacker Festzelt 11,80 €; Herzkasperl

Geruch: weicht von den anderen Bieren ab; neben den üblichen Noten auch Anklänge von Trockenfrüchten, Honig, im wärmeren Zustand auch dunkles Brot und Karamell

Rezens: zurückhaltend

Mundgefühl: trotz der dunkleren Malze etwas trocken auf der Zunge, nicht zu breit im Mund

Abgang: nur leicht bitter, mit kurzem bitteren Nachhall

Ratebeer Bewertung: 3,4 von 5

Paulaner Oktoberfestbier

Paulaner Festbier


Bei Paulaner kommt das Wiesnbier aus der Pipeline. Aber keine Angst... Die Pipeline wird aus einem Biertank auf der Theresienwiese gespeist und kommt nicht den langen Weg aus Langwied.

Im Armbrustschützen Zelt finden jedes Jahr die Deutschen Armbrust-Meisterschaften statt.

Das Winzerer Fähndl heißt jetzt Paulaner Festzelt.

Gebraut nach dem Bay. Reinheitsgebot

Alkoholgehalt: 5,9 %

Biertyp: Oktoberfestbier

Mutter: Paulaner Brauerei Gruppe / Schörghuber

Große Zelte inkl. Mass-Preis: Käfers Wiesn-Schänke 11,80 €; Kufflers Weinzelt (nur Weißbier) 15,90 €; Armbrustschützenzelt 11,70 €; Paulaner Festzelt 11,80 €

Geruch: frisches Gras, leichte Honignote, gelber Apfel

Rezens: gut und lebendig

Mundgefühl: weich, dennoch malzig vollmundig

Abgang: deutlich herbe Note

Ratebeer Bewertung: 3,1 von 5,0

Augustiner

Günstigste Mass mit 11,40 EUR (2019)

Nur Holzfässer auf der Wiesn.

Die 200 Liter Fässer - sog. Hirschen - werden z.B. im ersten Stock des Augustiner-Turms gelagert und gekühlt.

Augustiner nennt sein Oktoberfestbier auf der Theresienwiese "Wiesn Edelstoff". Es ist nicht der klassische Edelstoff (5,6 % Alkohol) wie gelegentlich vermutet.

Gebraut nach dem Bay. Reinheitsgebot

Alkoholgehalt Wiesn Edelstoff: 6,3 %, zusammen mit HB das stärkste Bier

Biertyp: Oktoberfestbier

Inhaber: Edith-Haberland-Stiftung, Inselkammer, Wagner

Große Zelte inkl. Mass-Preis: Augustiner 11,40; Fischer Vroni 11,70; Festzelt Tradition 11,40

Geruch: Getreide, strohig, für Augustiner typische Schwefelnote
Rezens: Angenehme Rezens
Mundgefühl: Vollmundig, nicht zu breit
Abgang: geringere Bitterkeit, dadurch recht süffig

Ratebeer Bewertung: 3,1 von 5

Löwenbräu Oktoberfestbier

Gemäß Auszeichnung "nur" nach dem "Deutschen Reinheitsgebot" gebraut.

Alkoholgehalt: 6,1 %
Biertyp: Oktoberfestbier
Brauerei-Mutter: ABInBev

Große Zelte inkl. Mass-Preis: Löwenbräu 11,80; Schützenfestzelt 11,80,

Geruch: leicht wie Heu / Gras, malzbetont
Rezens: sanft
Mundgefühl: sanft aber dennoch vollmundig
Abgang: Bitterkeit die bleibt :)

Ratebeer Bewertung: 2,8 von 5

Spaten Oktoberfestbier


Zum 125-jährigen Jubiläum des "Hellen" im Jahr 2019 wieder in der traditionellen Flasche und mit historischem Etikett. Sogar mit Kalorienangabe. 520 pro Liter.

Es ist das erste Wiesn-Bier welches in 2019 getrunken wird. Warum? Na wegen dem Anstich im Schottenhamel. Die Familie Schottenhamel betreibt das Zelt seit 1867. Damals noch als einfache Bretterbude mit 50 Sitzplätzen.

In unserem Test hatte das Bier eine schöne stabile Schaumkrone.

Gemäß Auszeichnung "nur" nach dem "Deutschen Reinheitsgebot" gebraut.
Alkoholgehalt: 5,9 %
Biertyp: Oktoberfestbier
Brauerei-Mutter: ABInBev

Große Zelte inkl. Mass-Preis: Schottenhamel 11,75 €; Ochsenbraterei 11,50 €; Marstall 11,80 €

Geruch: Getreidig, nach Honig, sehr frisch und angenehm, etwas in Richtung Weißbrot
Rezens: Sehr feinperlende Kohlensäure, keine sehr große Rezens
Mundgefühl: Sehr vollmundig mit schönem Malzgeschmack
Abgang: Die Bitterkeit findet direkt im Abgang statt, nur kurzer Nachhall

Ratebeer Bewertung: 3,0 von 5,0

Der Celebrator 


Eine sehr schön gestaltete Flasche. Sogar mit einen kleinen Bock als Anhänger. Ein Bier aus einem Familienbetrieb in der  6. Generation (so steht es schon mal auf der Flasche). ☺️

Mit 6,7 % Alkohol das Starkbier mit dem niedrigsten Alkoholgehalt in der Verkostung. Filtriert, eine dunkle Mahagonifarbe liegt im Glas.

Deutliche Brotnote, wie wenn man ein Vollkornbrot vom Bäcker kaut. Wunderbar!
Schöne Restsüße, erinnert fast ein wenig an Lebkuchen aber ohne Zimt. Relativ wenig Kohlensäure ist aber sehr stimmig im Bier.


Celebrator Bock

Der Anniversator


Den Anniversator gibt es nun bereits seit 2016 und wird als Jahrgangsbier jedes Jahr neu aufgelegt. Dadurch kann das Bier auch jedes Jahr ein wenig anders schmecken.

Ich persönlich hoffe, dass das Bier jedes Jahr so gut wie der Jahrgansbock 2019 ist. Ich habe ja ein Faible für dunkle Biere, aber das hier hat mich schwer beeindruckt.

Mit seinen 8 % ist der Doppelbock im oberen Bereich der verkosteten Biere. Das unfiltrierte kastanienbraune Bier hat einen schönen gemischtporigen Schaum mit feiner Perlage (Kohlensäure). Der Geruch hat eine starke, leckere Kaffeenote dazu noch Schokolade und Rosinen (keine Angst, alles nach Reinheitsgebot). Vollmundig. Natürlich etwas bitter, aber sehr angenehm in die Gesamtkomposition eingebettet.

Auf der Flasche werden die Hopfensorten mit Perle und Cascade angegeben.


Starkbier Bierverkostung München

In der Bierprobe: Der Maximator

Der Maximator von Augustiner hat bereits einige Namensänderungen hinter sich. Ganz am Anfang der Geschichte der Starkbiere nannten sich beinahe alle Biere "Salvator" nach einem Rechtsstreit der Paulaner Brauerei aus den 19. Jahrhundert (den die Brauerei gewann) mussten sich die Konkurrenten andere Namen für ihre Fastenbiere ausdenken.  Augustiner benannte sein Starkbier am Anfang Agitator, später St. Augustinbier. Erst seit 1950 heißt das Bier Maximator.

Das Bier ist filtriert, hat einen Alkoholgehalt von 7,5 %. Geruchlich kommt ein frisches nussiges Aroma, Rosinen, Schokolade und Brot in die Nase. Der Doppelbock hat eine dezente Bitterkeit im Abgang, diese bleibt etwas auf der Zunge liegen. Das Bier hat eine angenehme Süße. Das in der Fastenzeit und der Tag ist gerettet.

Augustiner Doppelbock bier

Der Animator


Der Animator von Hacker Pschorr kommt wie alle Biere von Hacker in der Bügelflasche. Das Bier ist naturtrüb, davon merkt der Biertrinker wenig, es wirkt eher filtriert. Farblich: ein helles Rehbraun.

Da es am heutigen Wahlsonntag ja auf die Prozente ankommt: der Animator hat 8,1 %. Von Geruch und Geschmack gefällig, ausgewogen jedoch ohne Ecken und Kanten. Der Alkohol sticht trotz der hohen Alkoholzahl nicht heraus. Der Geruch ist schwer bestimmbar etwas reife Birne, Portwein, Feige, dunkle frische Beeren. Die Kohlensäure ist nicht überschäumend, die Bitterkeit hält sich dezent zurück und findet eher auf der Zunge als im Abgang statt. Ein gut trinkbares Bier.


Bayrisches Bockbier Animator

Der neueste Schrei - Online Bierverkostung

Leider wurde das Oktoberfest in diesem Jahr abgesagt. Auch Messen, Konferenzen und Meetings finden nicht statt. Aber zum Glück bietet das Internet Abhilfe. Bier und München bietet nun bereits seit eingien Monaten Onlineverkostungen als Ersatz für Präsenzveranstaltungen an. Sie haben eine große Online-Konferenz und wollen zum Abschluss noch etwas auflockerndes? Sie vereinbaren mit uns einen Termin, schicken und die Adressliste und den Rest: den machen wir. Wir konfektionieren Ihre Bierpakete, versenden diese und laden zur Online Bierverkostung ein. 

Sie wollen die Bierprobe in eines Ihrer laufenden Meetings aufnehmen? Kein Problem, dann schalten Sie uns einfach zu!