Informationen über Brauereien in München und im Umland

Leider kann der Bierliebhaber und die Bierliebhaberin nicht sämtliche Brauereien in München und Umgebung besuchen. Auch will nicht jeder hunderte Bücher studieren. Drum gibt es hier eine kleine geschichtliche Aufarbeitung der Brauereien und dazu noch Infos zu der einen oder anderen Brauereiführung. Natürlich gibt es viel Wissen zu den Brauereien und Bieren in München auch in der Bierverkostung.

Brauereiführung münchen

Staatliches Hofbräuhaus in München – Eine königlich, bayerische Brauerei


Das Staatliche Hofbräuhaus in München war schon immer in der Hand des Staates. Erst der Könige heute gehört es dem Freistaat Bayern. In der langen Tradition wurden (fast) schon immer  ober- sowie untergärige Biere gebraut.

Ursprünglich gründete Herzog Wilhelm V die Brauerei, der 1589 mit dem Bau eines eigenen Brauhauses startete. Dieses ging 1591 erstmals mit der Produktion von Braunbier in Betrieb, später, 1602, folgte Weißbier. Ziel war es, die Staatskasse zu entlasten, da der Hof das Bockbier aus Einbeck lieb gewonnen hatte, die aber zu hohen Ausgaben im Staatshaushalt führte. Der Maibock des HB schließt noch heute an die Tradition an.

1806 wurde das Brauhaus im Zuge der Ernennung Bayerns zum Königreich zum „Königliches Hofbräuhaus“ umbenannt. 1879 wurde das Brauhaus schließlich nach etlichen Zerwürfnissen mit Neidern an den bayerischen Staat verkauft. Dieser ließ sogleich die mit der Krone ausgestattete Schutzmarke „HB“ beim Landgericht München registrieren.

Die Zeit der Weltkriege machte dem Unternehmen zu schaffen. Exporte wurden eingestellt und die Verkaufszahlen gingen drastisch zurück. Nach dem Zweiten Weltkrieg erholte sich das Unternehmen jedoch rasch. Bereits 1949 fand das erste Oktoberfest in München statt, das HB war aber erst ab 1952 mit einem eigenen Festzelt vertreten. 1972 folgte ein neues Festzelt, welches alle Festzelte von der Größe her toppen sollte.

Die Gastzahlen des HB zeigen auch, dass das Vorurteil der reinen "Touristenfalle" nicht stimmt, da viele Münchner und immerhin 2.000 Stammtische immer wieder das Hofbräuhaus besuchen.

Mittlerweile agiert das Hofbräuhaus weltweit und erfreut sich großer Beliebtheit. Alle Biere werden unter der Marke Hofbräu München vertrieben.

Mein Tipp: Besuchen Sie das Hofbräuhaus und trinken im schönen Garten im Innenhof ein dunkles. Dazu gibt es ein sehr gutes Rindergulasch dazu einen Semmelknödel. Wenn dann draußen die Sonne scheint, kann man gleich noch ein zweites Bier trinken.


Augustiner-Bräu

Das wohl beliebteste Bier der Münchner. Augustiner ist weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt und dies, obwohl die Brauerei auf Werbung verzichtet.

Münchens älteste Brauerei, die heutige Augustiner-Bräu Wagner KG, wurde wohl vor dem Jahr 1328 von Mönchen gegründet. Das auf sämtlichen Bierdeckeln und Gläsern prangende 1328 kommt aus dem ersten Beleg. Im Jahr 1327 wütete ein schlimmer Stadtbrand in München. Die erste Versammlung der Bäcker konnte somit nicht am ursprünglichen Ort stattfinden. Die Erwähnung der Versammlung in den Räumen der Augustiner Brauerei im Folgejahr des Stadtbrandes ist der Ausgangspunkt für das Gründungsjahr.

Die Mönche siedelten sich 1294 in der Umgebung der heutigen Frauenkirche an. Ihr Kloster wurde 1320 fertiggestellt. Der Staat übernahm 1803 das Kloster im Rahmen der Säkularisation. Kurz darauf wurde es wieder privatisiert. 1829 gelang es in die Hände des Ehepaares Anton und Therese Wagner. Anton Wagner verstarb jedoch kurze Zeit später.

Seine Ehefrau übernahm 1845 die Brauerei-Leitung und wurde damit eine der ersten starken Brauer-Frauen und ein Vorbild für die damalige Emanzipation. 13 Jahre später übernahm der älteste Sohn Joseph die Führung, der seine Initialen J. W. Im Firmenlogo verewigte. Unter ihm gelangte die Augustiner Bräu zu großem Erfolg. 1900 starb Joseph Wagner und seine Söhne Richard und Max führten das Unternehmen weiter.

Im Laufe der Jahre zog die Brauerei erst innerhalb der Altstadt um (auf dem letzten Ort gibt es heute noch die Augustiner Gaststätte) bis sie 1883 in die Landsberger Straße (damals noch vor die Stadt) zog.

1941 wurde die Brauerei vom Sohn Richards in eine Kommanditgesellschaft umgewandelt, die nach dem Zweiten Weltkrieg rund 300.000 Hektoliter Bier produzierte. Als der Sohn Richards, Rudolf Wagner, 1981 starb, hinterließ er keine Nachkommen. Die Brauerei ging an die Erbengemeinschaft, der auch Edith Haberland-Wagner angehörte. Sie gründete die gemeinnützige Edith-Haberland-Wagner-Stiftung, die heute über die Hälfte der Unternehmensanteile besitzt. Damit sollten in erster Linie Arbeitsplätze gesichert werden. Der andere Teil der Brauerei wird zum Großteil von der Münchner Unternehmerfamilie Inselkammer gehalten.

Der Gewinn, der der Stiftung zusteht, wird für die Förderung kultureller und sozialer Projekte eingesetzt. Die Augustiner Brauerei hat bis heute weiterhin Bestand. Insgesamt prodzuziert sie acht verschiedene Sorten Bier. Auf dem Oktoberfest werden ausschließlich 200-Liter-Holz-Fässer die sog. Hirschen angezapft. Das ist unter den Münchner Brauereien einzigartig.

Augustiner nicht so alt wie behauptet?


Wie im Beitrag oben schon ausgeführt gibt es für Augustiner gleich mehrere Daten, die es zu berücksichtigen gilt. Viele kennen das Haupthaus in der Fußgängerzone, haben aber den Schriftzug vielleicht noch nie bemerkt.

Für das Jahr 1803 müssen wir in die Geschichte Bayerns gehen. Der (noch nicht) König Max I. Joseph leitete die Säkularisation ein.

Säkularisation = Zurückdrängen der Religion / Verstaatlichung. Viele Klöster wurden aufgelöst, deren Vermögen fiel an den Staat. So auch das Augustinerkloster.

Die Brauerei ging (über den Umweg Herzogtum Bayern) im Jahr 1803 in Privatbesitz (hier noch nicht Familie Wagner) über. Erst 1817 zog die Augustiner Brauerei in die Neuhauser Straße (s. Foto). Noch bis 1885 fand hier der Braubetrieb statt.

Erst 1829 wurde die Brauerei von der Familie Wagner erworben.

Löwenbräu

Einst größte Exportbrauerei der Welt


Das Gründungsjahr

Im Jahr 1524 wurde die Bezeichnung Löwenbräu erstmals urkundlich in München erwähnt. Das früher angegebene Gründungsjahr 1383 hielt sich lange. Die dauernde Fehde zwischen Spaten Bräu (erstmals erwähnt im Jahr 1397 und damit die älteste bürgerliche Brauerei) und Löwenbräu befeuerte den Gründungsstreit. Besonders heikel war, dass die Jahreszahl 1383 in einer Dissertation nochmals bestätigt wurde. Hätte man jedoch auf den Verfasser der Dissertation geachtet (der Schwiegersohn des Brauereiinhabers) wäre man dieser Finte wohl nicht aufgesessen. Heute ist das Gründungsjahr unstrittig 1524.
 

Der wirtschaftliche Aufschwung beginnt

Die Brauerei mit dem markanten Löwen als Markenzeichen wurde 1818 an Georg Brey, einem Brauer aus bäuerlicher Herkunft, verkauft. Mit ihm begann der wirtschaftliche Erfolg. 1848 erhielt das Unternehmen erstmals die Erlaubnis, auch Bockbier herzustellen. Neun Jahre später verlasen renommierte Tagesblätter, dass die Marke Löwenbräu die meisten Sommerbiere verkauft hätte und damit am Standort München bereits der Platzhirsch war. Fünf Jahre später hatte sich die Anzahl der verkauften Biere bereits fast verdoppelt. Damit ist die Löwenbräu-Marke als die größte Brauerei Münchens herangewachsen. 
 

Der Verkauf der Brauerei 

1872 wurde das Unternehmen verkauft und daraufhin in eine Aktiengesellschaft umstrukturiert sowie zur „Aktienbrauerei zum Löwenbräu“ umbenannt. 1886 wurde der aus einem Fresko stammende Löwe als Markenzeichen eingetragen. Löwenbräu wuchs rasant zur erfolgreichsten Biermarke Deutschlands heran. Exporte nahmen drastisch zu, sodass der Erfolg von da an vornehmlich von den Exportzahlen abhing. 
 

Fusionen und Umbenennung zu Löwenbräu

 1921 ging das Unternehmen Fusionen mit der überwiegend jüdischen Brauerei Schülein & Cie und der Münchner Bürgerbräu AG ein. Es wurden eine Vielzahl von Immobilien für die Produktion aufgekauft. 1927 braute die Marke erstmals ein Weißbier. 1928 wurden mehr als eine Million Hektoliter des Getränks verkauft. 1936 floh die jüdische Familie Schülein wegen der nationalsozialistischen Verfolgung in die USA. Ihr gehörte bis dato der größte Anteil am Unternehmen Löwenbräu. 1942 wurde die Marke ein weiteres Mal umbenannt. Fortan wurde sie ausschließlich als Löwenbräu bezeichnet. 
 

Bierexporte nehmen nach dem Krieg wieder zu

 Nach dem Zweiten Weltkrieg startete Löwenbräu seine Exporte im Jahr 1948, zunächst nur auf die Schweiz beschränkt. 1952 füllte man für einen leichteren Transport das Bier erstmals in Leichtmetalldosen ab. Dadurch gelang dem Unternehmen, im weltweiten Wirtschaftsraum bekannt zu werden. Seit 1997 ist die Löwenbräu-Marke in der Spaten-Löwenbräu-Gruppe tätig, die wiederum in der Anheuser-Busch-InBev-Gruppe aufgeht.
 

Weltweites Agieren der Marke Löwenbräu

 Die Präsenz auf dem Oktoberfest im eigenen Löwenbräu-Festzelt macht die Marke fortfolgend unter den ausländischen Besuchern bekannt. Der Verkauf des Bieres steigerte sich bis 1983 auf seinen Höhepunkt von rund 4 Millionen Hektoliter. Dem Unternehmen gelang es in kurzer Zeit bis heute, weltweite Produktionsstätten zu errichten und sich in vielen Ländern Bekanntheit zu verschaffen.