Stammwürze

Viele blicken auf das Flaschenetikett einer Bierflasche und sehen die Alkoholangabe. Da steht dann z.B. 5 %. Dann denkt man sich: oh, Stammwürze von 13… Ja, was genau? 13 % Stammwürze? Neben der Angabe 13 steht meist noch ein Kringel, manchmal noch ein P.
 
Die Angabe der Stammwürze erfolgt in Grad Plato. Daher kommen der Kringel und auch das P.
 
Die Angabe der Stammwürze war einmal wichtig für Steuer. Durch die Stammwürzeeingruppierung fiel das Bier in unterschiedliche Steuerklassen. Noch heute wird an der Platozahl die Eingruppierung in Schankbier, Vollbier, Bockbier oder Doppelbock vorgenommen.
 
Aus der Stammwürze leitet sich dann der Alkoholgehalt ab. Aber warum? Die Stammwürze bestimmt, wie viel wasserlösliche Teile in der Bierwürze (das ist das Bier vor der Gärung) enthalten ist. Das sind natürlich viele Stoffe, wie z.B. Eiweiße, nichtvergärbare Stoffe aber vor allem Zucker. Der Zucker wird dann mehr oder weniger in Alkohol umgewandelt. Grob kann gesagt werden: Mehr ° Plato = mehr Alkohol.
 
Der Restzucker kann an vielen Punkten hängen. Unterschiedliche Hefen vergären den Zucker unterschiedlich, die Temperaturführung während der Gärung hat Auswirkung auf den Alkoholgehalt oder das Unterbrechen der Gärung kann eine Auswirkung haben. So kann es schon mal sein, dass ein Bock und ein Doppelbock den gleichen Alkoholgehalt haben.
 
 
 
 

EBC - Die Farbe

 Bei der Bierbeschreibung sind zwei Abkürzungen (neben den Bierbezeichnungen wie z.B. IPA) wesentlich. Das ist einmal EBC und einmal IBU. In diesem Beitrag wird der Begriff EBC erklärt.



Der Wert EBC gibt den Farbwert des Bieres an. IBU die Bitterkeit. Die Eselsbrück lautet das C bei EBC steht für Color, also Farbe, das B bei IBU für Bitterkeit. Die Eselsbrücke stimmt vom Ergebnis, aber nicht vom Namen. Das EBC steht für European Brewery Convention also einem festlegendem Gremium. Aber egal :) Es bleibt dabei: EBC ist der Farbwert.
Je höher die EBC Zahl / der EBC-Wert, desto dunkler ist auch das Bier. Der Farbspektrum beginnt bei einem blassen Gelb über kräftige Goldgelb- und Rottöne bis hin zu braunen und schwarzen Bieren. Nicht zu verwechseln ist der Wert jedoch mit einer möglichen Trübung des Bieres. 
Die Hobbybrauer kennen den Wert meistens noch von Angaben auf dem Malz. Je nach Darrung (Trockung des Malzes) bilden sich unterschiedliche Farbtöne im Bier. Dies kann der Brauer bereits durch die unterschiedlichen EBC-Werte steuern.



Biernation Belgien


Neben Deutschland gilt auch Belgien seit vielen Jahren als Biernation. Experten sind sich sicher, dass Belgien uns sogar vom ersten Platz der europäischen Biernation längst verdrängt hat. Über 750 Biersorten werden in Belgien hergestellt. Ständig kommen neue Sorten dazu. Aus diesem Grund ist die belgische Bandbreite an Biersorten so riesig. Vom erfrischenden Weissbier bis zum blonden Lagerbier oder 12 volumenprozentige, starke Klosterbiere ist alles erhältlich. Zu den neuesten Kreationen gehört das Cheeky Kamille. Hierbei handelt es sich um ein Pale Ale, welches aus Kamille hergestellt wird. Es stammt aus den Bottichen des sogenannten Brussels Beer Project.

Belgien gehört weltweit zu den 100 kleinsten Ländern der Welt. Dafür sind sie weltweit mit ihrer Bierkultur aber ganz oben. Sie gehört seit 2016 sogar zu den UNESCO Kulturerben. Das Land nimmt lediglich 0,006% der kompletten Erdoberfläche ein. Somit ist es unter den 100 kleinsten Ländern weltweit zu finden. Wenn es aber um die belgischen Biere geht, ist das Land weltbekannt. Ein beliebtes Bier ist das Triple Karmeliet. Es wird mithilfe von drei Malzsorten gebraut. Es handelt sich hierbei um einen absoluten Publikumsliebling. Das Bier hat einen Alkoholgehalt von 8,4% und wird aus Weizen, Gerste und Hafer hergestellt. Der Geschmack des Bieres ist perfekt ausbalanciert. Es passt besonders gut zu einem cremigen Brie oder anderen Käsesorten.

Ein ganz anderes belgisches Bier ist das Affligem Blond. Dieses Bier ist ein leckeres Blondes, welches einen geschmeidigen Geschmack aufweist. Der Geschmack ist zwar im Vergleich zu anderen Biersorten etwas stärker, aber nicht schwer. Auch etwas Bitterheit und Süße sind beim Verzehr zu spüren. Das Bier wird durch eine Affligem-Hefe herstellt und bietet eine besondere fruchtige Note. Die Affligem Brauerei hat sich bereits vor über 1000 Jahren auf die Braukunst spezialisiert. Auch die heutigen Biersorten werden noch nach den alten Rezepten hergestellt. Lediglich die Technologie wurde im Laufe der Zeit angepasst. Ein weiteres beliebtes Bier ist das Chimay Bleue. Der dunkle, kräftige Trappistenbier ist auch unter der Bezeichnung Grande Réserve bekannt. Das dunkle Malz ist bei dieser Bierart etwas dezenter. Der Geschmack äußert sich besonders in Form von Toffee oder Karamell. Das Bier lässt sich gut reifen und schmeckt nach jahrelanger Lagerung etwas süßer und weicher.


Das Reinheits-gebot

Seit über 500 Jahren sichert das Reinheitsgebot die Qualität des Bieres. Unter Vorsitz von Herzog Wilhelm IV trat im April 1516 der Bayrische Landständetag in Ingolstadt zusammen. Der Herzog legte dem Gremium eine Vorschrift vor, die gebilligt wurde. Diese Vorschrift ist für ganz Bayern verbindlich. Für die Herstellung von Bier darf nur noch Hopfen, Gerste und Wasser erlaubt. Erst später wurde festgelegt, dass es sich beim Malz nur um ein Gerstenmalz handeln darf. Anfangs wurde im Reinheitsgebot Gerste erwähnt. In der heutigen Zeit würde sie als Rohfrucht bezeichnet. Durch einige Versuche wurde festgestellt, wie viel besser Malz zum Bierbrauen geeignet ist. Unter Malz wird ein Getreide verstanden, welches bereits gekeimt hat. Zusätzlich muss es bei hohen Temperaturen gedarrt werden. Zugunsten der Gerste wurde die Nutzung von anderen Getreidesorten aufgegeben. Weizen wurde damals wie auch heute vor allem für die Herstellung von Brot benötigt. Um den Hunger zu bekämpfen, wurde anstatt Weizen Gerste verwendet, um Bier zu brauen.

Damals war den Menschen auch die Rolle der Hefe noch nicht bekannt. Der Grundtext der Vorschrift wurde in den folgenden Jahren immer weiter ausgedehnt. In der Bundesrepublik Deutschland muss das Deutsche Bier auch heute noch ausschließlich aus Hopfen, Malz, Wasser und Hefe hergestellt werden. Das Reinheitsgebot von 1516 ist das älteste Lebensmittelgesetz der Welt, dass heute noch gültig ist. Verfälschungen bei der Brauerei von Bier können durch das Gesetz vorgebeugt werden. Chemische oder andere Stoffe dürfen bei der Herstellung nicht verwendet werden. Bevor der Hopfen als Aromaspender oder für die Konservierung eingesetzt werden kann, wurden damals die unterschiedlichsten Kräuter verwendet. Viele Kräuter waren eigentlich giftig und daher für die Herstellung von Bier ungeeignet. Aus diesem Grund ist es häufig vorgekommen, dass Menschen nach dem Genuss von Bier unter Halluzinationen gelitten haben. Früher wurden bei der Braukunst unter anderem Ochsengalle, Schlehe, Wermut, Eichenrinde, Gagel, Wacholder, Anis, Kümmel, Scharfgabe, Enzian, Rosmarin, Rainfarn, Fichtenspäne, Bilsenkraut, Stechapfel, Johanniskraut oder Lorbeer verwendet.

Bis heute hat das Reinheitsgebot von 1516 nichts an seiner Gültigkeit oder Aktualität verloren. Es garantiert jederzeit die Reinheit und hohe Qualität des Bieres. Während andere Lebensmittel immer wieder schlechte Schlagzeilen gemacht haben, blieb das Bier durch die alte Gesetzesform unberührt.
 

Bildquelle: Mit freundlicher Genehmigung der Staatsbibliothek München 

Schankbier

Schankbiere haben eine geringe Stammwürze und dadurch wenig Alkohol, sind aber nicht alkoholfrei.

Der Geschmack ist nicht so vollmundig wie bei einem Vollbier aber dennoch eine leckere und leichte Alternative. Manchem Biertrinker ist es vielleicht etwas zu wenig Geschmack. 
Die Crew Republic hat ein schönes Session IPA "Hop Junkie" mit 3,4 % gebraut. Riecht tropisch fruchtig nach einem Frühstückssaft (ACE). Natürlich ordentlich Bitterkeit --> IPA

Das Maxlrainer Erntehell ist was zum durtslöschen im Sommer und ist recht schlank im Mund, 2,8 % Alkohol.

Auch vom Tegernseer gibt es mit 2,8 % Alkohol ein leichtes Bier. 40 % weniger Alkohol, 33 % weniger Kalorien. Für das Tegernseer typische aber leichte Butternote. Kommt dem Original schon  nahe.

Das Giesinger heißt sogar "Schankbier" mit 3,8 %. Sehr spritzig, etwas bitter, erstaunlich vollmundig. Kommt einem Vollbier recht nahe.