bierprobe mit Flaschen

Bierstile

Deutschland hat eine unglaubliche Vielfalt an Bierstilen. Aufgrund der Konzentration von Großbrauereien sind machne Stile ein wenig in Vergessenheit geraten. Natürlich hat auch das Verbraucherinteresse seinen Anteil daran.

In meinen Bierverkostungen kommt aber immer wieder zum Ausdruck, dass meine Gäste sich freuen, immer mal wieder einen anderen Bierstil zu trinken.

Auf den folgenden Seiten werden immer wieder die Bierstile vorgestellt.
Wenn Du nicht alles lesen willst, dann buche einfach eine Bierverkostung bei BierUndMünchen!

Sauerbier

Sauerbier liegt auch heute noch voll im Trend. Sauerbiere wie Gose oder Berliner Weisse haben eine lange Tradition. In der heutigen Zeit feiern sie international ihr Feedback. Der Begriff Sauerbier umfasst alle Biere, die einen säuerlichen Geschmack aufweisen. Hierbei handelt es sich in der Regel um Fruchtbiere, deutsche Bierstiele wie Berliner Weisse, Gose oder auch belgische Sorten wie Lambics. Die Säure des Biers wird durch eine spezielle Hefe erzeugt oder mithilfe einer Bakteriengärung. Einige Biere sind eine beliebte spritzig-saure Erfrischung und werden in Biergärten im Sommer bevorzugt getrunken. Die Berliner Weiße wurde bereits von Napoleon bereits als Champagner des Nordens betitelt. Vor über 300 Jahren gab es in der Hauptstadt über 200 Brauereien, die sich auf die Herstellung der Berliner Weisse spezialisiert hat. Eine zeitlang starb dieser Bierstil aber komplett aus. Viele Touristen kennen das Getränk lediglich bei einem Besuch in der Hauptstadt. In vielen gastronomischen Betrieben wird die Biersorte mit Waldmeister-, Kirsch- oder Himbeersirup veredelt. Vielen alten Braumeistern war das Sauerbier ein Dorn im Auge. Sie waren der Meinung, dass das Getränke eher einem umgekippten oder schlechten Bier ähnelt.

Was genau ist eine Berliner Weisse? Die Original Berliner Weisse ist ein obergäriges Bier, welches auf einer Weizenbasis gebraut wird. Zusätzlich wird es mit Hefe und Michsäurebakterien vergoren. Das helle, säuerlich-erfrischende Getränk sollte kühl serviert werden und ist daher besonders im Sommer ein Genuss. Das Bier darf nur in der Hauptstadt den Namen Berliner Weisse tragen. Vor allem Berlin Craft Brauer achten darauf, dass das Getränk als Kultgetränk angesehen wird. Durch den besonderen Geschmack wird tatsächlich die Berliner Kultur wiedergespiegelt.

Kurz vor der Pasteurisierung schmecken alle Biere leicht säuerlich. Durch eine Kombination mit Bakterien bzw. Milchsäurebakterien wird für einen ganz besonderen Sauerbier-Geschmack gesorgt. Je nach Jahreszeit, Temperatur oder Brauerei gab es geschmacklich feine Unterschiede. Auch Sauerbier hat inzwischen historische Wurzeln. Die Brauer waren ab dem Ende des 19. Jahrhunderts in der Lage, bei der Herstellung eines Bieres den sauren Geschmack zu vermeiden. Daher war das Bier nach einiger Zeit immer mehr auf dem Rückzug. Lediglich in Belgien wurde das Sauerbier nie wirklich in den Hintergrund gedrängt.

Pale Ale


Das „In-Bier" ist im Moment ganz klar das IPA. Älter ist jedoch ein Pale Ale, welches ebenfalls ein Englischer Bierstil ist. Pale bedeutet dabei Hell. Auch in England wurden früher viel dunkles Bier gebraut (siehe bis heute Stout und Porter). Da wurde das neue helle Bier gleich „Helles" genannt. Erinnert an Bayern. Ale ist dabei immer der Hinweis, dass es sich um obergärige Biere handelt.

Mit einem Alkoholgehalt von maximal 6,5 % ist ein Pale Ale häufig nicht so stark wie ein IPA und meist nicht so bitter. Da sich aber viele Brauer an keine Festlegungsregeln halten stellt dies eher eine grobe Richtschnur dar. Die Bitterkeitswerte (IBU) reichen von einem „Hellen" bis zu einem herben Pils. Es ist auf jeden Fall ein hopfenbetontes Bier. Starke Geruchsnoten von Südfrüchte bis grasig sind keine Seltenheit.

Ergo: Die Festelgung ob Dir ein Pale Ale schmeckt oder nicht, kannst Du nicht am Bierstil festmachen. Du musst es einfach immer wieder probieren.

Meine Lieblinge bei der Bierverkostung: Hoppe Bräu  Wuide Hehna

Aus der großen Bierkette (wertungsfrei): Becks Pale Ale


Pale Ale Bierflaschen

Weißbier

Teilweise auch "Weizen" oder "Weizenbier" genannt. Das obergärige Bier hat ganz besonders in Bayern eine lange und mit dem Königshaus verbundene Geschichte. Teilweise durften in Bayern nur die Hofbräuhäuser das Weißbier brauen. Ab 1602 vergab Kurfürst Maximilian I. im Rahmen von Konzessionen das Recht Weißbier zu brauen nur an seine Brauhäuser (es gab und gibt mehr als das Hofbräuhaus im Lied, welches in München steht) und an wenige Lizenzbrauhäuser.

Weißbier wird manchmal auch der bayrischer Champagner genannt, da in der traditionellen Herstellung eine Flaschenreifung erfolgt und das Bier viel Kohlensäure beinhaltet. Die Flaschenreifung wird aber leider nur noch von sehr wenigen Brauereien praktiziert.

Weißbier gibt es naturtrüb oder klar (Kristallweizen). Weißbier muss nicht zwangsläufig strohgelb sein, es gibt auch dunkle Vertreter. Auch die Vielfalt leidet nicht, die Variationen reihen von alkoholfreien, leichten, normalen Weißbieren über Bock, Doppelbock bis hin zum Eisbock.
Durch die obergärige Hefe ist das Bier etwas blumiger oder floraler. Nelke oder Banane können dominieren, müssen aber nicht. Die Geschmackseindrücke kommen dabei aus Gärnebenprodukten. Durch die geringe Hopfengabe zeichnet sich das Bier durch eine geringe Bitterkeit aus.

Meine Lieblingsbiere, die ich auch immer gerne in Biertastings einbaue sind:

Sämtliche Biere vom weißen Brauhaus Schneider.

Maisel aus Bayreuth bietet auch viele Leckereien an! 

Weißbier in der Bierprobe
Diät Bier gibt es nicht

Diät-Bier???

Jeder kennt den Bierbauch. Auch wenn man selbst vielleicht keinen hat... gesehen hat jeder schon einmal einen. Da wäre der Biertrinker doch froh, wenn er ein wenig Kalorien sparen kann. Diät-Bier darf Bier natürlich nie genannt werden, da dies nach deutschem Lebensmittelrecht ein Tanz auf dünnem Eis ist.

Es gibt Biere, die weniger Kalorien haben. In der Regel sind sog. Leichtbiere (Alkohol deutlich unter 5 %) weniger energiereich.

Ein Pils mit vollem Alkohol aber 20 % weniger Kalorien

Wer beim Bier auf Kalorien aber nicht auf den Geschmack und Alkohol verzichten möchte der kann zum Edelhopfen EXTRA von Maisel greifen. Gemäß Maisel hat das Bier 75 % weniger Kohlenhydrate als das übliche Pils.
Das Pils ist gut, herbe Note und relativ trocken. Mit 30 Kalorien pro 100ml liegt es immerhin 25 % unter den Werten eines Jevers mit 40 Kalorien. Bei einem Liter sind es dann aber auch nur 100 Kalorien.

Weniger Kalorien und weniger Alkohol

Eine andere Variante sind sog. Leichtbiere. Weniger Alkohol kann durch den Brauer durch verschiedene Verfahren erzeugt werden. Sei es dadurch, die Gärung zu unterbrechen oder einfach weniger Stammwürze ins Bier zu bringen. Weniger Stammwürze bedeutet auch weniger Zucker im Bier und damit weniger Kalorien.

Exportbier in der Blindverkostung

Export Bier

Der Bierstil Export umschreibt ein helles Bier. Es darf herb, aber auch schön bitter sein. Einige Export Biere werden als sehr kräftig umschrieben.

Export wird auch als Eportbier bezeichnet. Es handelt sich hierbei um ein untergäriges Vollbier. Mit seiner Stammwürze von 12 bis 14% sowie einem Alkoholgehalt von über 5% gehört das Bier zu den beliebtesten Bierarten in Deutschland. Wie der Name bereits verrät, wurde das Bier damals vor allem für den Export hergestellt. Es wurde durch den Gedanken geboren, ein entstandenes Konzentrat am Lieferort einfach wieder mit Wasser zu verdünnen. Ein großer Unterschied zu einem klassischen Lagerbier ist das stärkere Einbrauen. Dadurch steigt der Alkoholgehalt etwas an und das Bier ist wesentlich haltbarer. Das hatte den Vorteil, dass das Bier auch auf längeren Reisen nicht schlecht geworden ist. Exportbier ist dafür etwas herber und bitterer im Geschmack.

Die Vollmundigkeit eines Exports ist im mittleren Bereich der Bierstile zu finden. Je nach Brauerei ist ein Exportbier hell, es kann aber auch etwas dunkler sein. Traditionell wird zwischen drei Export Bieren unterschieden: Dortmunder Export, Wiener Export und Münchner Export. Außerhalb von Österreich oder Deutschland wird der Begriff Export Bier auch für ganz andere Biersorten wie beispielsweise Starkbiere sowie ein obergäriges Ales verwendet.

Damit in den Bier Zeiten das beliebte Getränk auch über die Stadtgrenzen hinaus exportiert werden können, wurde bei der Herstellung eine untergärige Brauweise verwendet. Das bedeutet, dass das Bier ganz einfach stärker gebraut wurde. Exportbiere setzten sich ähnlich wie das klassische Pilz erst nach der Erfindung der Kältemaschine weltweit durch. Durch diese Erfindung konnten Temperaturen von 4° C bis 9° C gewährleistet werden. Somit konnte ein untergäriges Bier das ganze Jahr über hergestellt werden. Bis heute stehen die Städte Dortmund, Wien und München in der Exportbier-Welt im Vordergrund. Der Dortmunder Export ist auch als Dortmunder Helles oder Dortmunder Bier bekannt. Mithilfe der künstlichen Kühlung war es möglich, dass das Bier in die Massenproduktion ging. Viele Brauanlagen wurden extra dafür neu eröffnet.


bier Geschenk Verkostung

Starkbier

Die Fastenzeit beginnt am Aschermittwoch und dauert bis Ostern und damit öffnet sich das Zeitfenster für die Starkbierzeit. Die Münchner Brauereien legen jährlich den Beginn der Starkbierzeit und damit die 5. Jahreszeit in München fest. Die Gesetzmäßigkeit ist dabei, dass die Starkbierzeit früher zwei heutzutage eher drei Wochen um den Josefitag (19. März) fällt. Zum Beispiel findet der Salvatorausschank vom 13. März bis 5. April 2020 statt.

Starkbiere sind in München Doppelböcke und besitzen eine Stammwürze von 18° Plato. Die Endung -ator weist auf den Fastenbock hin. Details zur Endung -ator gibt es, wenn der Salvator vorgestellt wird.

Erinnern soll die insgesamt 40 Tage andauernde Fastenzeit an das Fasten Jesu Christi in der Wüste.

Die Mönche vergangener Jahrhunderte brauten in der Zeit gerne starke Biere, die einen sättigenden Effekt hatten. Es galt: "Flüssiges bricht fasten nicht"


Der Celebrator 


Eine sehr schön gestaltete Flasche. Sogar mit einen kleinen Bock als Anhänger. Ein Bier aus einem Familienbetrieb in der  6. Generation (so steht es schon mal auf der Flasche). ☺️

Mit 6,7 % Alkohol das Starkbier mit dem niedrigsten Alkoholgehalt in der Verkostung. Filtriert, eine dunkle Mahagonifarbe liegt im Glas.

Deutliche Brotnote, wie wenn man ein Vollkornbrot vom Bäcker kaut. Wunderbar!
Schöne Restsüße, erinnert fast ein wenig an Lebkuchen aber ohne Zimt. Relativ wenig Kohlensäure ist aber sehr stimmig im Bier.

Anniversator in der Starkbierprobe

Der Anniversator


Den Anniversator gibt es nun bereits seit 2016 und wird als Jahrgangsbier jedes Jahr neu aufgelegt. Dadurch kann das Bier auch jedes Jahr ein wenig anders schmecken.

Ich persönlich hoffe, dass das Bier jedes Jahr so gut wie der Jahrgansbock 2019 ist. Ich habe ja ein Faible für dunkle Biere, aber das hier hat mich schwer beeindruckt.

Mit seinen 8 % ist der Doppelbock im oberen Bereich der verkosteten Biere. Das unfiltrierte kastanienbraune Bier hat einen schönen gemischtporigen Schaum mit feiner Perlage (Kohlensäure). Der Geruch hat eine starke, leckere Kaffeenote dazu noch Schokolade und Rosinen (keine Angst, alles nach Reinheitsgebot). Vollmundig. Natürlich etwas bitter, aber sehr angenehm in die Gesamtkomposition eingebettet.

Auf der Flasche werden die Hopfensorten mit Perle und Cascade angegeben.

In der Bierprobe: Der Maximator

Der Maximator von Augustiner hat bereits einige Namensänderungen hinter sich. Ganz am Anfang der Geschichte der Starkbiere nannten sich beinahe alle Biere "Salvator" nach einem Rechtsstreit der Paulaner Brauerei aus den 19. Jahrhundert (den die Brauerei gewann) mussten sich die Konkurrenten andere Namen für ihre Fastenbiere ausdenken.  Augustiner benannte sein Starkbier am Anfang Agitator, später St. Augustinbier. Erst seit 1950 heißt das Bier Maximator.

Das Bier ist filtriert, hat einen Alkoholgehalt von 7,5 %. Geruchlich kommt ein frisches nussiges Aroma, Rosinen, Schokolade und Brot in die Nase. Der Doppelbock hat eine dezente Bitterkeit im Abgang, diese bleibt etwas auf der Zunge liegen. Das Bier hat eine angenehme Süße. Das in der Fastenzeit und der Tag ist gerettet.

Der Animator


Der Animator von Hacker Pschorr kommt wie alle Biere von Hacker in der Bügelflasche. Das Bier ist naturtrüb, davon merkt der Biertrinker wenig, es wirkt eher filtriert. Farblich: ein helles Rehbraun.

Da es am heutigen Wahlsonntag ja auf die Prozente ankommt: der Animator hat 8,1 %. Von Geruch und Geschmack gefällig, ausgewogen jedoch ohne Ecken und Kanten. Der Alkohol sticht trotz der hohen Alkoholzahl nicht heraus. Der Geruch ist schwer bestimmbar etwas reife Birne, Portwein, Feige, dunkle frische Beeren. Die Kohlensäure ist nicht überschäumend, die Bitterkeit hält sich dezent zurück und findet eher auf der Zunge als im Abgang statt. Ein gut trinkbares Bier.

Alkoholfreie Biere


Nach dem Fasching, der Wiesn oder einfach weil Du fahren musst. Es gibt viele Gründe, mal eine alkoholfreies Bier zu trinken.  

Alkoholfreie Biere sind in der Regel recht süß und erinnern an die Maische im Brauprozess. Besonders IPAs kommen damit gut klar, da die fruchtigen und bitteren Noten dies überspielen.

Das Bier vom Riegele hab ich auf den Rat von der Marion aus der Getränkeoase gekauft. Wirklich richtig gut! Fruchtig. Klasse. Wenn es kalt ist würde ich mir in der Blindverkostung schwer tun.

Das Nittenauer Le Chauffeur alkoholfrei IPA hat eine sehr interessante Note. Klar, die tropischen Früchte sind gut vertreten. Manchmal war ich auch an Anklänge einer Gose erinnert. Auch sehr gut!

Das Wolfscraft war sehr erfrischend für zwischendurch. Leckere malzige Noten, geringe Bitterkeit. Vielleicht hätte ich mir noch ein wenig mehr Körper gewünscht. Das ist aber jammern auf hohem Niveau. 😀

Altbier

Vorstellung des Bierstils Altbier

der dunkle Genuss Nordrhein-Westfalens

Die obergärige, dunkle Biersorte „Altbier“ ist vor allem im westlichen Deutschland am Niederrhein und in Westfalen verbreitet. Das Alt, wie es oftmals umgangssprachlich genannt wird, wird heute noch traditionell gebraut. Dabei wird die Gärung zu einer höheren Temperatur als bei einem untergängigen Bier ausgeführt, um in erster Linie sämtliche Keime abzutöten. Dies verschaffte den früheren Braumeistern einen Vorteil, da bis dato noch keine effiziente Kühlung des Bieres entwickelt worden war. Erst mit Carl von Linde, der 1873 eine Kältemaschine entwickelte, konnten sich untergärige Biere weiterentwickeln. Bis zur damals modernen Kältemaschine wurden untergärige Biere in aufwendigen Eiskellern gebraut, um die nötige Temperatur beim Gärungsprozess gering zu halten. Das Altbier wird heute vor allem noch in Düsseldorf, Krefeld, Neuss, Uerdingen, Issum, Münster und Korschenbroich gebraut. Dabei stellt die älteste Brauerei des Altbieres die Bolten-Brauerei in Korschenbroich dar, die bereits seit 1266 das Recht des Altbierbrauens besaß. Heute gehört das Alt insbesondere zur Fasten- und Narrenzeit so gut wie untrennbar dazu.


Bierstil IPA

IPA - India Pale Ale – ein starkes Biererlebnis

Das recht stark gebraute, helle India Pale Ale (IPA) kommt ursprünglich aus Schottland und England und gehört zu den Bieren, die einen hohen Alkoholgehalt aufweisen. Das India Pale Ale wurde erstmals im 19. Jahrhundert für die Kronkolonien in Indien gebraut. Heute hat sich die USA zu den ursprünglichen Brauereien aus Schottland und England hinzugesellt. Die gesamte Produktion umfasst dabei nicht nur starke Hopfenbiere, sondern auch Biere, die mit Aromen zugesetzt sind. So können Aromen von verschiedenen, exotischen Früchten, wie Maracuja und Papaya, bestehen, aber auch von mediterranen Zitrusfrüchten. Markant ist stets der hohe Alkoholgehalt von 6 bis 9 Vol %. Dadurch bedingt weist das starke India Pale Ale-Bier einen intensiven, herben Geschmack auf. Das kräftige Aroma kann durch die fruchtigen Noten verstärkt werden. Diese treten deutlich bereits beim ersten Schluck hervor. Um das intensive Aroma zu bewahren und noch zu verstärken, werden IPA-Biere häufig auch hopfengestopft.

Meine Empfehlungen:

Der Platzhirsch: Brew Dog
Das Besondere Hazy-IPA: Lervig Tasty Juice NE IPA


Pilsener Bier

Heute in der Bierprobe: Das Pils

Das Pils wird in Deutschland häufig getrunken. Aber wo genau ist die Abgrenzung zu anderen Bierstilen?

In Pilzen wurde 1842 das erste Pils gebraut. Zumindest offiziell. Das Pils ist ein ur-bayrisches Bier. Warum? Der Erfinder, Josef Groll war ein bayrischer Braumeister. Er arbeitete für einige Jahre in der Brauerei in Pilsen. An der Stelle ist heute das Pilsener Urquell (immer eine Reise wert).

Es gibt 4 Grundsatztypen die unterschieden werden:

  • Böhmisches Pils (Urquell, CZ-Bud)
  • Norddeutsches Pils (z.B. Jever, Flens, Dittmarschen)
  • Süddeutsches Pils (Augustiner Pils)
  • Internationales Pils (in der Regel das, was Du im Urlaub trinkst, wenn Du dort ein Bier bestellst)


Pils ist bitterer als Helles. Aber dafür auch ein wenig blumiger bei böhmischen Vertretern sogar mit einer Butternote. Norddeutsche Pils-Biere sind sehr herb. Süddeutsche viel milder und blumiger.

Pils ist kein sehr starkes Bier. Es hat zwischen 4,5-5 % Alkohol.

Viel gelesen und nichts geschmeckt? Dann schnell eine Bierverkostung in München machen!

Kölsch Bier

Kölsch

Kölsch die einen lieben es, die anderen mögen es nicht. Hassen kann man ja Bier eigentlich nicht. 
Das Bier darf, wie es der Name nahe legt nur innerhalb der Stadtgrenzen von Köln gebraut werden. Es ist ein obergäriger Bierstil. Historisch ist dies schon dadurch begründet, dass in Köln im Winter kein Eis in zugefrorenen Bächen und Seen gesägt werden konnte.

Es ist eigentlich die Schwester des Münchner Hell. Goldgelb in der Farbe, filtriert, ähnlich stark vom Alkohol, wenig bitter. Das Besondere ist aber das häufig wahrnehmbare florale/fruchtiges Geruchserlebnis. 

Das Bier sollte nicht zu warm werden, darum wird es in der Kölsch-Flöte getrunken.


Oktoberfestmärzen von Hacker-Pschorr


Es handelt sich beim Bier um den letzten Oktoberfest Märzen, der aber auf der Wiesn gar nicht ausgeschenkt wird.

Im Oktober des Jahres 1810 wurden nur Biere ausgeschenkt, die bereits im März gebraut wurden.
Früher gab es von April bis September ein Sommersudverbot. Die Brandgefahr war zu hoch und das Bier verdarb zu schnell.

Das Märzen-Bier hat mehr Alkohol und einen höheren Hopfengehalt (erhöht die Haltbarkeit), die Farbe war dunkler und ging in Richtung Bernstein oder Kupfer.

Die Farbe des Märzen von Hacker-Pschorr unterscheidet sich deutlich von den anderen 5 Wiesn-Bieren (s. Bild zwei).

Gebraut nach dem Bay. Reinheitsgebot

Alkoholgehalt: 5,8 % --> niedrigster Alkoholgehalt

Biertyp: Märzen

Brauerei-Mutter: Paulaner Brauerei Gruppe / Schörghuber

Große Zelte inkl. Mass-Preis: Bräurosel 11,80 €; Hacker Festzelt 11,80 €; Herzkasperl

Geruch: weicht von den anderen Bieren ab; neben den üblichen Noten auch Anklänge von Trockenfrüchten, Honig, im wärmeren Zustand auch dunkles Brot und Karamell

Rezens: zurückhaltend

Mundgefühl: trotz der dunkleren Malze etwas trocken auf der Zunge, nicht zu breit im Mund

Abgang: nur leicht bitter, mit kurzem bitteren Nachhall

Ratebeer Bewertung: 3,4 von 5

Porter - etwas für den Hafenarbeiter

Heutzutage ist Bier ein Genussmittel. Ist ja auch klar und richtig, denn Bier beinhaltet Alkohol. Wenn der Angestellte wichtige Entscheidungen treffen muss oder Kunden bedienen oder beraten soll, dann ist eine Alkoholfahne und die damit einhergehende Gelöstheit vielleicht nicht angebracht. Ganz ähnlich ist es bei der Bedienung von Maschinen...

In vergangenen Zeiten war dies etwas anders. Die Arbeit war viel körperlicher , beschwerlicher und anstrengender als heute. Die Arbeiter brauchten genügend Energie, um den Arbeitsalltag zu erledigen. Die Lösung war ein nahrhaftes Getränk mit viel Restsüße aber wenig Alkohol. Geboren war der Bierstil Porter. Am Anfang gab es den Plain Porter, dieser war der schwächste. 

Damit war aber die Geschichte des Proters (der Porter = der Hafenarbeiter) aber noch nicht fertig erzählt. Das Bier wurde - wie ja auch im Deutschland - für den Export hergestellt. Es wurde dafür aber immer stärker eingebraut. Die Bezeichnung lautete dann häufig Stout Porter, da Stout stark bedeutet. Das Wort Porter verschwand im Laufe der Zeit und man bestellte einfach ein Stout.

Hier scheiden sich ein wenig die Geister... Die einen behaupten der Stil Stout ging einfach aus dem Stil Porter hervor. Die anderen meinen, dass das Malz für Sout im Gegensatz zum Porter in Kaffeeröster-ähnlichen-Maschinen geröstet werden und dadurch der besondere Geschmack zum Vorschein kommt.

Eine kleine Anekdote? Gerne! Weltkriege beeinflussten die Bierproduktion in allen Europäischen Ländern. In Deutschland gab es z.B. Leichtbiere, da das Malz knapp wurde und Weizen für die Brotproduktion benötigt wurde. So wurde auch die Produktion von Porter in England eingeschränkt um Energie / Brennholz zu sparen. Um jedoch Irland nicht im Rahmen eines Unabhänigkeitsreferendums während des Krieges zu verlieren nahm man Irland von dieser Regelung aus.

Stout - Oder ist Guinness ein eigener Stil?

Klingt komisch, ist aber wohl so. Die meisten Biertrinker werden in einem Irish-Pub schon mal ein Guinness aber noch nie einen Stout getrunken haben. Das ist dann aber so, als ob man in München immer nur Augustiner aber noch nie ein Helles getrunken hat.

Wie oben bereits beschrieben, ist der Ursprungs-Stout eigentlich ein starker Porter, jedoch mit einer erweiterten Röstnote. Dazu ist das Guinness (wenn auch in vielen Varianten erhältlich) ein Dry Stout. Die besonderen cremige Konsistenz des Bieres wird durch  das Zapfen mit Stickstoff erreicht. 

Imperial Stout / Milk Stout / Coffe-Stout

Zwei weitere Vertreter des Stouts sind Imperial und Milk Stout.

Der erste Imperial Stout wurde anlässlich des Besuchs der Kaiserin Katharina der Großen am Englischen Hofe gebraut. Das Bier war sehr stark. Die Bezeichnung Imperial bezog sich damals wohl eher auf das Herrschaftsgebiet der Kaiserin. Die Bezeichnung Imperial steht heute aber eher für starke Biere eines Bierstils. Katharina die Große war übrigens auch Herrin von Jever, aber das nur so nebenbei.

Der Alkoholgehalt sollte mehr als 8 % betragen, der Geschmack ist sehr intensiv.

Durch die Zugabe von etwas Milchzucker (nicht mehr auf dem Boden des Reinheitsgebotes) erhält der Brauer ein Bier, welches nach Milchkaffee schmeckt.

Der Coffe-Stout enthält häufig ein wenig Kaffee oder Kaffeebohnen, es gibt jedoch auch Biere mit einer starken Kaffeenote ohne die Zugabe von Bier, was die große Kunst vieler Bierbrauer in den Vordergrund stellt.

Eine Empfehlung ist übrigens als Beer-Pairing Austern und Stout zusammen zu verzehren. Habe ich noch nicht probiert, kann man aber bestimmt nachholen. 

Belgisch Blond, Rot und Braun

Hierbei gehen wir nicht auf die Haarfrabe des Brauers ein. Nein, es handelt sich natürlich um Biere.

Das Belgisch Blond ist ein sanfter Bierstil mit aber dennoch über 6 % Alkohol. Das Bier vergärt obergärig wird filtriert und hat keine großen Ecken und Kanten und ist auch nicht zu süß. Die Bitterkeit ist vorhanden, ist aber in der Gesamtzusammenstellung ausgewogen. Das Bier hat eine leicht fruchtige Note. In Deutschland ist das Bier "Leffe Blond" in vielen Supermärkten erhältlich. Auch der Teufel in der Flasche, das Duvel ist hier ein geeigneter Vertreter (8,5 % Alkohol).

Rot und Braunbiere sind schwer zu unterscheiden, denn die Farbnoten gehen in der Regel ineinander über. Die Rot-Biere werden sehr lange in Holzfässern gelagert. Meist kommen wildhefen dazu, die neben dem üblichen Biergeschmack zu einer sauren Vergärung führen. 
Die Braunen Vertreter die dunkleren Biere sind ausgeglichener und milder, meist auch etwas süßlicher.



Witbier - Das Weißbier aus Belgien

Es ist schon ein etwas anderes Weißbier. Natürlich ist es ein obergäriges Bier und es wird aus Weizen gebraut. Da beginnt aber bereits der Unterschied, da meistens 50 % unvermälzter Weizen genommen wird. Daraus entwickelt sich ein ganz eigener Geschmack, wesentlich mehr nach Getreide. Dazu verändert sich die Farbe und das Bier wird sehr hell, meistens auch milchig. Sorry, heute sagt man ja: HAZYYYYYY :) 

Dann kommen noch weitere Geschmacksnoten durch Orangenschalen und Gewürze wie z.B. Kardamom, Piment oder sehr beliebt Koriander mit dazu. TaDa... ein Bier, dessen Geruch man nicht gewohnt ist. Aber sehr sehr lecker. Der Alkoholgehalt ist mit 4 - 5 % meistens auch nicht so hoch.